Ein tiefes Summen erklang im Dunkel hinter ihr. Marie fuhr herum und sah für die Dauer eines endlosen Herzschlags in wunderschöne eisgraue Augen.

Die Melodie verstummte jäh. Er lächelte.

„Ich habe so lange auf dich gewartet, kleiner Schmetterling.“

Vorsichtig fuhr er mit den Fingerspitzen ihre Wange hinab und löste das schwarze Band, das eng um ihren Hals anlag.

„Das brauchst du nicht. Du bist schön genug“, sagte er freundlich und ließ das Schmuckstück zu Boden fallen.

Der kleine Kristallanhänger knirschte leise, als er ihn zertrat.

Erstickt keuchte Marie und stolperte rückwärts.

Schnell griff er in ihre langen Haare und zog sie nah zu sich heran.

„Wer wird denn weglaufen wollen?“, tadelte er mild.

„Du bist auserwählt. Du hast das Licht in dir.“

Mit schmerzhaft sehnsuchtsvollem Blick sah er sie an.

„Es hat mich zu dir geführt. … Es führt mich immer zu euch. Ihr leuchtet. Ihr brennt! … Und ich muss euer Feuer löschen.“

Dann küsste er sie sanft auf den Mund. Seine herrlichen Augen weit geöffnet, so klar und makellos wie Diamanten.

 

*Im Zeichen der Sonne: Offenbarung*

 

 


Über mich


Geboren 1980, lebe ich heute mit meinem Mann, unseren drei Kindern, Jack Russell Terrier Sookie und mehr als 1000 Büchern in einer kleinen Ortschaft nahe Karlsruhe.

 

Literatur spielte schon immer eine wesentliche Rolle in meinem Leben. Es waren die grenzenlosen Welten zwischen zwei Buchdeckeln, die mich stets mehr faszinierten, als alles andere.

Ich feierte als Kind Mitternachtspartys mit Hanni und Nanni, baute als Teenager mit Tom Builder die Säulen der Erde, bekam zur Weihnachtszeit regelmäßig Besuch von drei Geistern und starb bis heute mit Romeo ungezählte Male den tragischsten Tod von allen.

So war es nur konsequent, irgendwann meine eigenen Geschichten zum Leben zu erwecken. Und zwar mit ganz viel Lust auf Neues, unendlich viel Leidenschaft und so mancher durchwachten Nacht.

Mit „Im Zeichen der Sonne“ ist nun meine erste Romanreihe entstanden, die zu veröffentlichen und mit Anderen zu teilen, mir ein tiefes Bedürfnis ist. Ich hoffe die Bücher bereiten beim Lesen auch nur halb so viel Vergnügen wie beim Schreiben. Denn dann hat sich die ganze Arbeit mehr als gelohnt.


Warum phantastische Romane?


Genau genommen hatte ich keine Wahl, denn nicht ich habe die Geschichte gefunden, sondern sie mich. Wie sie das gemacht hat? Nun, lesen Sie meine Bücher, Tristan wird es Ihnen gern erklären. Denken Sie an mich, wenn Sie mit ihm und Hannah über das nächtliche Karlsruhe blicken.

Zufall war es jedenfalls nicht, soviel kann ich hier verraten, denn phantastische Geschichten begleiten mich bereits mein Leben lang.

Sie sind grenzenlos, in alle Richtungen. Wenn ich die Gesetze der Vernunft, der Natur und des Menschlichen biegen und sogar brechen kann, dann öffnen sich unglaubliche Möglichkeiten, die nur darauf warten entdeckt zu werden. Städte erbauen, Gesellschaften niederreißen, Raum und Zeit sprengen. Was immer ich mir vorzustellen vermag, kann Gestalt annehmen. Der ultimative Spielplatz für einen rastlosen Geist.

 

Und letztlich halte ich mich an ein simples Prinzip: Schreibe das, was du selber lesen möchtest.


Was ist mir beim Schreiben wichtig?


Eine gute Erzählung braucht verschiedene Ebenen, unerwartete Wendungen und überraschende Offenbarungen. Verbindungen, die niemand sieht, obwohl sie überdeutlich sind und mitreißende Handlungsstränge, die sich gegenseitig vorantreiben. Ich will Tempo an den richtigen Stellen, und manchmal die Zeit stillstehen lassen.

Ich möchte aber nicht nur einen gut durchdachten Plot, sondern vor allen Dingen vielschichtige Charaktere. Es sind die Brüche und inneren Kämpfe die einen Helden zum Leben erwecken. Wenn ich verstehe, warum er handelt wie er handelt, dann erst wird er menschlich. Eine Geschichte sollte sich aufgrund der Handlungen ihrer Figuren entwickeln, nicht die Figuren aufgrund der Handlung der Geschichte.

 

Ein einfacher Grundsatz, ein schwieriger Weg.

 

Doch auch wenn mir das Ego meiner Figuren das ein oder andere Mal beim Schreiben im Weg steht, so macht gerade das die Sache interessant. Ich verbiege meine Figuren nicht, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen. Denn eines hat mich die Erfahrung gelehrt: Sie wissen es meist besser als ich.



Im Zeichen der Sonne - Die Serie


Seit Jahrtausenden erzählen sich die Menschen Geschichten. Die Gebrüder Grimm reisten durch ganz Deutschland, um jene alten Erzählungen zu sammeln. Doch anders als heute, waren diese Märchen und Legenden etwas für Erwachsene. Für lange Winterabende am heimeligen Herdfeuer, an denen man den Flammen zusah und blutrünstigen Geschichten von Monstern, Hexen und den Tragödien der Gottlosen lauschte. Doch sie dienten nicht nur der bloßen Unterhaltung, sie waren auch eine Warnung.

 

Mütter, passt auf eure Kinder auf! Allzu oft kommt das abgrundtief Böse im Kleid des süßesten Zuckerwerks.

 

Eine Lektion, die im Laufe der vergangenen Jahrhunderte immer mehr in Vergessenheit geriet.

Heute finden wir Grimms Märchen in der Kinderbuchabteilung und der Prinz weckt seine Prinzessin mit einem unschuldigen Kuss aus ihrem hundertjährigen Schlaf. Die Monster finden ihr gerechtes Schicksal und das wahrhaft Gute siegt.

Wir belächeln die Legenden unserer Urahnen als unaufgeklärtes, klerikales Propagandamaterial und schütteln den Kopf über die Hexenprozesse der Inquisition. Dunkelstes Mittelalter nennen wir diese Zeiten und sind froh, dass der moderne Mensch ein aufgeklärter ist.

Wir glauben an die Wissenschaft, zitieren in geselliger Runde Stephen Hawking und erklären damit freimütig, dass das Universum sich selbst erschaffen hat.

Die alten Sagen, Legenden und Märchen finden allenfalls ihre Würdigung in Filmen und Zeichentrickserien, als schaler Abklatsch ihrer selbst.

 

Was aber, wenn sie wahr sind?

 

Was, wenn die Monster mitten unter uns leben?


Im Zeichen der Sonne: Offenbarung


Band 1 der Romanreihe

 

Vampire gibt es nicht, doch jeder Mythos hat einen Anfang.

 

Eine Stadt, erbaut nach dem Vorbild der Sonne.

Ein Mörder, der sonderbare Brandzeichen auf seinen Opfern hinterlässt.

Eine Legende, die ihren blutigen Ursprung in der Wahrheit hat.

 

Als Medizinstudentin Hannah ein Praktikum in der Karlsruher Gerichtsmedizin absolviert, gerät sie mitten in die Fahndung nach einem brutalen Serienkiller. Der Ermittler Tristan Reed ist jenseits offizieller Wege auf der Suche. Er bittet Hannah um Hilfe, doch sie ahnt nicht, wie tief sie die Erfüllung dieser Bitte in den Abgrund reißen wird.

Durch einen unglückseligen Zufall gezwungen, öffnet Tristan ihr die Tür zu seiner Welt - der uralten Gesellschaft der Gebundenen.

Dort lernt Hannah die furchterregenden Hüter des Kodex kennen, muss am eigenen Leib erfahren, wie fest Tristan in der Hierarchie seiner Familie gefangen ist und gerät dabei selbst ins Visier des Serienkillers.

 

Doch inmitten dieser Hetzjagd durch einen wahr gewordenen Albtraum, finden beide etwas, mit dem sie nicht gerechnet hatten...

 


Im Zeichen der Sonne: Herzblut


Band 2 der Romanreihe

 

Man nennt Prag die "Goldene Stadt", doch in den alten Gemäuern des Klosters Strahov ruhen Geheimnisse, dunkler als die Nacht selbst.

Auf der Suche nach Antworten reist Tristan in die Hauptstadt der Tschechischen Republik und findet dort seine eigene Vergangenheit. Nach all der Zeit steht er jetzt am Anfang der Geschichte und diesmal muss er sich ihr stellen.

Unter einem Flickenteppich aus Mord, Verrat und Lüge verbirgt sich die wahre Geschichte seiner Familie. Eine Tragödie, deren Ausmaße die Sprengkraft hat, alles zu verändern.

Während die Welt um ihn herum einzustürzen droht, unternimmt Tristan alles, um seine Familie zu retten...


Im Zeichen der Sonne: Belladonna


Band 3 der Romanreihe: Mein aktuelles Projekt

 

*Die Inquisition ist zurück.*

 

Menschen sterben. Jeden Tag, überall auf der Welt, auf die unterschiedlichsten Arten.

Sie werden geboren, spielen die ihnen zugedachte Rolle und ziehen am Ende der Vorstellung ihren Hut. Einige wenige mit einem Trommelwirbel, die meisten in aller Stille.

Doch eines verbindet alle: Sie hinterlassen Lücken in den Leben derer, die zurückbleiben.

Manche Lücken sind gewaltig wie schwarze Löcher. Sie verschlingen diejenigen, die fassungslos daneben stehen.

Manche ähneln eher jenen kleinen Verletzungen, welche man so leicht vergisst und die doch nicht heilen wollen, sondern sich immer und immer wieder mit hellem, scharfem Schmerz ins Gedächtnis rufen.

Einige Lücken verschwinden schnell und vollständig. Zurück bleibt nur eine hauchfeine Narbe, die selten Erinnerungen weckt – manchmal nicht einmal das.

 

Was werden wir sein?

 

Was wollen wir sein?